WLAN-Router zum Stromsparen ausschalten!?

Lohnt sich das wirklich?

Werbung
Stecker ziehen spart Strom - fragt sich nur wieviel? Nicht immer lohnt sich der Aufwand, Elektrogeräte wie beispielsweise WLAN-Router vom Stromnetz zu trennen.
Stecker ziehen spart Strom - fragt sich nur wieviel? Nicht immer lohnt sich der Aufwand, Elektrogeräte wie beispielsweise WLAN-Router vom Stromnetz zu trennen.

Viele Energieberater empfehlen, Elektrogeräte bei längerer Nichtbenutzung auszuschalten, also durch Ziehen des Netzsteckers komplett vom Strom zu trennen. Getreu dem Motto:

Der billigste Strom ist der, den man nicht verbraucht!

Allerdings reduzieren moderne Elektrogeräte von sich aus den Stromverbrauch im Stand-by Betrieb auf ein Minimum: Fernseher, DVD-Player und Radios ziehen im Ruhemodus meist weniger als ein Watt Leistung. Hier lohnt es sich definitiv nicht, nachts den Stecker zu ziehen.

Aber wie sieht es beim WLAN-Router aus?

Der Stromverbrauch eines handelsüblichen Routers für den Heimgebrauch variiert je nach Art der Nutzung zwischen 5 und 10 Watt. Ältere Geräte gönnen sich zwar mitunter etwas mehr, bleiben aber dennoch deutlich im niedrigen zweistelligen Bereich.

Vergleich Dauerbetrieb vs. nächtliche Abschaltung

Das klingt nicht unbedingt nach dem größten aller Stromverschwender in einem privaten Durchschnittshaushalt. Trotzdem haben wir einmal ganz konkret nachgerechnet, ob es sich lohnt, den Router bei Nichtgebrauch außer Betrieb zu setzen.

Eine nächtliche Abschaltung lässt sich auf zwei Arten realisieren:

  • Verwendung einer Zeitschaltuhr oder programmierbaren Steckdose
  • Integrierte Abschaltfunktion des Routers (sofern vorhanden)

In den folgenden Beispielrechnungen gehen wir von einem konstanten Stromverbrauch des WLAN-Routers in Höhe von 10 Watt aus und legen einen Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde zugrunde.

Beispielrechnung 1 – Stromverbrauch eines Routers

Obigen Annahmen entsprechend beträgt der tägliche Strombedarf 240 Wh = 0,24 kWh. Auf Jahressicht hochgerechnet verschlingt der Betrieb eines WLAN-Routers also ca. 87,6 kWh Strom (0,24 * 365 Tage).

Das ergibt jährliche Betriebskosten in Höhe von 26,28 € (87,6 kWh * 0,30 €).

Beispielrechnung 2 – Ersparnis beim Ausschalten in der Nacht

Nehmen wir an, dass der Router zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens nicht benötigt wird, so könnte der tägliche Stromverbrauch auf 180 Wh = 0,18 kWh (10 Watt * 18 Stunden) reduziert werden. Das entspräche einem Jahresbedarf von 65,70 kWh (0,18 kWh * 365 Tage).

Das ergibt jährliche Betriebskosten in Höhe von 19,71 €. (65,70 kWh * 0,30 €).

Ergebnis und Analyse

Das zeitweise Ausschalten des Routers brächte also eine Ersparnis von ca. 6,57 € pro Jahr. Selbst bei einer Verdoppelung des Strompreises auf 60 Cent pro kWh würden Sie „nur“ etwas über 13 € einsparen.

Denken Sie auch an die Kosten für die Anschaffung einer Zeitschaltuhr. Diese ist zwar bereits für knapp 15 € im Handel zu haben. Aber allein der notwendige Kauf amortisiert sich erst nach zwei Jahren.

Router nachts und bei Abwesenheit ausschalten?

Dem Router auf diese Weise eine tägliche Auszeit zu gönnen, lohnt sich also nicht wirklich und kann sogar mit unerwarteten Nachteilen verbunden sein. Gleiches gilt für das vollständige Abschalten während längerer Abwesenheit; es sei denn, Sie wären für mehrere Monate auf Tour.

Vorteile

  • (Geringe) Stromkostenersparnis

Nachteile

  • Je nach Art der Internet-Anbindung deaktiviert ein ausgeschalteter Router auch den Telefonanschluss, einschließlich Notrufnummern.
  • Die spontane nächtliche Internet-Nutzung erfordert ein manuelles Einschalten des Routers.
  • Smart-Home-Geräte sind in ihrer Funktion beeinträchtigt, da weder auf das Internet noch auf das heimische lokale Netzwerk zugegriffen werden kann.
  • Das „harte Ausschalten“ durch Trennen der Stromzufuhr mittels Zeitschaltuhr kann die Lebensdauer des Routers beeinträchtigen und zu vorzeitigem Verschleiß führen.

Vor allem der mögliche Ausfall von Smart-Home-Gadgets sollte gut bedacht sein. Gehören dazu doch auch wichtige Geräte wie smarte Video-Tür-Klingeln, Überwachungskameras und Heizungsthermostate.

Unser Fazit: Das nächtliche Ausschalten des WLAN-Routers spart zwar Strom, macht aber unterm Strich die Stromrechnung nicht wirklich kleiner. Außerdem muss man mögliche Nachteile im Blick haben.

Alternative: Stromverbrauch des WLAN-Roters senken

Wie wir gesehen haben, hat das nächtliche Ausschalten des Routers zwecks Stromkostenersparnis mitunter seine Tücken. Aber man kann auch einen anderen Hebel ansetzen, nämlich schlicht dafür sorgen, dass der Router im Betrieb möglichst wenig Strom zieht…

Bei vielen Modellen ist es möglich, die Sendeleistung der WLAN-Antennen zu regulieren. Ziel ist es, bei minimaler Leistungseinstellung gerade noch alle Endgeräte in der Wohnung (sowie auf Balkon, Terrasse und im Garten) zu erfassen.

Damit dies gelingt, sollten Sie den Router möglichst zentral an einer leicht erhöhten Position installieren. Auf diese Weise ist es in manchen Fällen sogar möglich, auf zusätzliche Repeater zu verzichten.

Oft setzen jedoch die baulichen Gegebenheiten enge Grenzen, denn Internet- und Stromanschluss liegen nicht immer ideal.

Außerdem reduzieren Wände und Decken aus Stahlbeton die Sendeleistung erheblich. Sogar die eigene Wohnungseinrichtung verhindert mitunter eine gute Internet-Anbindung, da Spiegelflächen oder große Elektrogeräte mit Metallgehäuse als Ursache für schwache WLAN-Signale ebenfalls infrage kommen.

Wer sich nicht gleich entmutigen lässt und ein bisschen Zeit in die Optimierung investiert, kann auf diese Weise den Stromverbrauch seines Routers senken – ohne auf den eigenen Komfort verzichten zu müssen.


Stand der Informationen: Juli 2022
Wichtig: Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen und rechtlichen Hinweise für diesen Beitrag!