Standardsoftware vs. Individualsoftware

Vor- und Nachteile im Vergleich...

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Technische Qualität entscheidet über Produktivität

Nur mit (möglichst) fehlerfreier und ergonomisch ausgereifter Software ist die Erzielung einer hohen Produktivität möglich. Das steht fest. Weniger gesichert ist allerdings, ob nun Standardsoftware oder Individualsoftware diese Kriterien am besten erfüllen kann.

Standardsoftware besitzt einen hohen Verbreitungsgrad, wird also von vielen Benutzern tagtäglich eingesetzt. Bugs lassen sich so schnell lokalisieren und durch den Entwickler beheben. Theoretisch zumindest.

In der Praxis obliegt Standardsoftware meist starren Entwicklungszyklen und nicht jeder gefundene Fehler wird auch tatsächlich durch ein Update behoben. Die Gründe sind oft technischer Natur, können aber ebenso der Produktpolitik des Herstellers geschuldet sein (Kosten-/Nutzenverhältnis, „das ist kein Bug, sondern ein Feature“).

Bei Individualsoftware geschieht die Fehlerbehebung durch die mögliche enge Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Entwickler wesentlich schneller und zielgerichteter. Voraussetzung ist jedoch meist ein entsprechender Wartungsvertrag.

Software ist nie fehlerfrei!

Davor ist weder Standard- noch Individualsoftware gefeit.

Designfehler können durch eine sorgfältige Planung vermieden (oder zumindest reduziert) werden. Syntaxfehler und technische Inkompatibilitäten lassen sich mit dem Einsatz moderner Entwicklungsumgebungen und Testwerkzeuge nahezu ausschließen.

Ein großes Problem stellen jedoch Logik- und Laufzeitfehler dar, die sich erst im laufenden Betrieb (nach längerer Nutzung) bemerkbar machen und deren Behebung mitunter äußerst zeit- und damit kostenintensiv ist.

Ein Maß zur Bestimmung der Softwarequalität ist die „Fehlerrate pro 1000 Codezeilen“, die statistisch ermittelt werden kann.

Eine Rate von null Fehlern läßt sich – besonders bei technisch anspruchsvollen Anwendungen – so gut wie nicht erreichen.

Typisch sind hier Werte zwischen 0,3 und 0,7 Fehlern. Mit steigender Komplexität der Software steigt auch unweigerlich die Fehlerrate.

Neben den Kosten für die bloße Realisierung einer Softwarelösung müssen auch die Ausgaben für deren regelmäßige Wartung und Pflege berücksichtigt werden.