Standardsoftware vs. Individualsoftware

Vor- und Nachteile im Vergleich...

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Zukunftssicherheit = Investitionssicherheit

Die zu erwartenden Gesamtkosten tangieren daneben eine andere, ebenfalls nicht zu vernachlässigende Frage: Wie lässt sich langfristig die Sicherheit der getätigten Investitionen bewahren?

Im Bereich der Standardsoftware kann es immer wieder einmal vorkommen, dass der dahinterstehende Anbieter sprichwörtlich die Segel streicht oder zumindest sich das Produkt schlichtweg in eine für den Anwender falsche Richtung entwickelt, sodass es für den ursprünglich geplanten Einsatz zunehmend unattraktiv erscheint.

Das Ausfallrisiko des verantwortlichen Softwareanbieters trifft grundsätzlich auch auf eine individuell entwickelte Lösung zu. Mit einem Unterschied:

Der Auftraggeber erhält, eine entsprechende Vereinbarung vorausgesetzt, Zugriff auf die Sourcecodes (Quelltexte) und die technische Dokumentation. Damit wäre die weitere Betreuung der individuell entwickelten Applikation durch einen neuen Anbieter jedenfalls eine denkbare Option für den Notfall.

Neben der Sicherstellung einer möglichst langen Nutzungsdauer des erworbenen Softwareprodukts, ist auch die „Lebenszeit“ der mit der Software erzeugten Daten von großer Bedeutung.

Vor allem dann, wenn es sich um für das Unternehmen wertvolle Datenbestände handelt (z.B. Kundenprofile, Produktionsdaten) oder gesetzliche Vorgaben erfüllt werden müssen (z.B. Aufbewahrungsfristen bei digitalen Rechnungen, Buchungsdatensätze).

Aus technischer Sicht betrachtet, könnte dies durch die Offenlegung der in der Software verwendeten Datenformate und Schnittstellen geschehen oder aber durch eine möglichst universelle Exportfunktion.

Individualsoftware dürfte bei dieser Anforderung eher punkten, da die freie Wahl einer dem Einsatzzweck optimierten Lösung besteht.

Entsprechende Worst-Case-Szenarien müssen jedenfalls ausreichend berücksichtigt werden. Schließlich läßt sich mit einem „Legacy“-System nur so lange produktiv weiterarbeiten, wie sich die Rahmenbedingungen und Anforderungen nicht wesentlich verändern.

Eignung und Anpassungsfähigkeit

Die günstigste „Out-of-the-Box“-Lösung ist sinnlos, eignet sie sich nicht oder nur bedingt für die Erledigung der an sie gestellten Aufgaben.

Es gilt also, die geforderte Funktionalität in allen Bereichen sicherzustellen. Dennoch wird Standardsoftware in vielen Fällen immer einen Kompromiss aus benötigten, verfügbaren und optionalen Features bedeuten.

Im ungünstigsten Fall könnte sogar die Anpassung bewährter betrieblicher Arbeitsabläufe an das verfügbare Softwareprodukt erforderlich sein.

Und branchenspezifische Lösungen sowie hoch spezialisierte Anwendungen sind mitunter am Softwaremarkt gar nicht erhältlich, da es schlichtweg an einem ausreichend großen Nutzerkreis mangelt, welcher die Entwicklung eines solchen Produkts lohnenswert erscheinen ließe.

Diese Disziplin könnte Individualsoftware deshalb systembedingt für sich gewinnen. Allerdings macht das die Entscheidung nicht einfacher, wie wir gleich im nächsten Abschnitt sehen werden.