Bezahlen mit Bitcoins – diese Technik steckt hinter der Kryptowährung

So funktioniert das Bitcoin-System...

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Bezahlen mit Bitcoins: Ein Real-World-Beispiel

Angenommen, Max möchte sich von Susi ein neues Auto kaufen und den Kaufpreis in Bitcoins bezahlen.

Damit das überhaupt möglich ist, benötigen beide jeweils ihre eigene Bitcoin-Adresse. Als erfolgreiche Autohändlerin besitzt Susi natürlich bereits eine solche.


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1. Schritt: Bitcoin-Adresse generieren

Max legt sich eine neue Adresse an, indem er mit Hilfe des ECDSA-Algorithmus ein Schlüsselpaar aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel generiert. Das macht er mit einem Mausklick in seiner Bitcoin-Wallet, einer digitalen Geldbörse, die Max‘ gesamte Adressen und dazugehörige Schlüsselpaare enthält.

ECDSA steht für „Elliptic Curve Digital Signature Algorithm“ und wendet Elliptische-Kurven-Kryptographie (ECC, elliptic curve cryptography) an.

Die Basis dieser Verschlüsselung findet beispielsweise auch in Webbrowsern Anwendung, ebenso nutzen viele Länder der Europäischen Union (einschließlich Deutschland) ECC zum Schutz der auf digitalen Pässen und Ausweisen gespeicherten Daten. ECC gilt bei korrekter Implementierung als hochgradig sicher.

Die Wallet – das digitale Portemonnaie

Wallets existieren für verschiedene Betriebssysteme und Plattformen: für Desktop-PCs, Notebooks und Smartphones. Es gibt sie auch als Web-Variante bei verschiedenen Dienstleistern. Gerade bei letzteren ist jedoch absolutes Vertrauen in den jeweiligen Anbieter vonnöten.

Empfehlenswert für die meisten Nutzer ist ein Bitcoin-Client auf dem eigenen PC oder Smartphone, der zudem mit einem Passwort vor dem Zugriff Dritter geschützt werden sollte.

Die Wallet hat übrigens mit einer echten Geldbörse noch eine Gemeinsamkeit: Geht sie verloren oder wird gestohlen, ist das Geld weg. Backups sind daher ein absolutes Muss – am besten auf einem separaten Speicherstick oder einer externen Festplatte.

Max‘ neue Bitcoin-Adresse ist ein Hashwert des öffentlichen Schlüssels, also eine längere alphanumerische Zeichenkette. Und mit dem dazugehörigen privaten Schlüssel unterschreibt Max jede Transaktion für diese Adresse. Der öffentliche Schlüssel wird dann zur Überprüfung der Transaktion benutzt.

Bitcoins sind nicht anonym

An dieser Stelle muss man erwähnen, dass Bitcoins kein vollständig anonymes Zahlungsmittel sind, denn mit etwas Mühe kann jeder die Transaktionen in der Blockchain ansehen und errechnen, wieviel Geld mit welcher Adresse verknüpft ist. Die Identität des Eigentümers lässt sich so allerdings nicht herausfinden.

Erst mit dem privaten Schlüssel kann man über das hinter einer Adresse stehende Guthaben tatsächlich verfügen; für das Senden eines Geldbetrags genügt es hingegen, die Adresse des Empfängers zu kennen.

2. Schritt: Bitcoins eintauschen

Damit Max seinen fahrbaren Untersatz überhaupt bezahlen kann, braucht er natürlich erst einmal genügend Bitcoins. Die kann er im Web auf verschiedenen Plattformen gegen Euro eintauschen. Er überweist dem Händler den gewünschten Betrag und dieser schickt den entsprechenden Gegenwert in Bitcoins an die von Max angegebene Adresse.

Daneben gibt es auch Handelsplattformen, die ähnlich wie Auktionshäuser (bzw. Tauschbörsen) aufgebaut sind. Jeder kann dort Angebote und Anfragen zum Kauf bzw. Verkauf von Bitcoins platzieren.

Alternativ könnte Max selbst Bitcoins generieren. Dafür müsste er sich als „Miner“ (englisch für „Schürfer“ oder „Bergarbeiter“) im Peer-to-Peer-Netzwerk engagieren. Doch das ist alles andere als einfach, denn das Erzeugen (Schürfen) neuer Bitcoins erfordert spezialisierte und stromhungrige Hardware. Für Max ist das also erst einmal keine Option.

Max hat sich von einem Händler 2 BTC gekauft. BTC ist übrigens das offizielle Währungskürzel für Bitcoin. Das dazu passende Unicode-Zeichen „₿“ steht an Position 20BF.

Abhängig von den darzustellenden Beträgen sind weitere Unterteilungen möglich: 1 BTC = 0,1 dBTC (deci-bitcoin) = 0,01 cBTC (centi-bitcoin) = 0,001 mBTC (milli-bitcoin) = 0,000001 μBTC (micro-bitcoin). Die kleinste Einheit heißt „Satoshi“ und entspricht 0,00000001 BTC.

3. Schritt: Eine Transaktion durchführen

Max‘ Traumauto kostet umgerechnet 1,5 ₿. Für diesen Betrag generiert Max in seiner Wallet eine Transaktion. Der Betrag in Höhe von 2 ₿ vom Händler wird dort als Input (Eingang) vermerkt. Der Kaufpreis für das Auto, also die Summe von 1,5 ₿, wird als erster Output (Ausgang) aufgeführt. Der zweite Output enthält 0,5 ₿ und sendet den Restbetrag wieder an Max‘ Adresse zurück.

Struktur einer Transaktion der Kryptowährung Bitcoin nach dem Prinzip "Verschmelzen und Aufteilen".
Struktur einer Transaktion der Kryptowährung Bitcoin nach dem Prinzip „Verschmelzen und Aufteilen“.

Diese Vorgehensweise ist wichtig, denn jeder Output darf nur einmal als Input für eine Folgetransaktion verwendet werden; der Restbetrag muss also als Output wieder an den Besitzer der Bitcoin-Adresse zurückkommen. In Buchhalter-Deutsch: Die Salden zwischen Eingang und Ausgang müssen sich gegenseitig aufheben.

Eine vorhandene Differenz zwischen den eingehenden und ausgehenden Beträgen erhält der Miner als Transaktionsgebühr: Je höher der Differenzbetrag, umso schneller wird eine Buchung im Netzwerk verarbeitet, da dies natürlich einen Anreiz für Miner darstellt, sich mit einer Transaktion zu beschäftigen.

Max unterschreibt nun die korrekt erstellte Transaktion mit seinem geheimen Schlüssel und sendet sie an das Peer-to-Peer-Netzwerk zur Verarbeitung. Dieser Prozess wird vom Bitcoin-Netzwerk gesteuert. Susi öffnet die bestätigte Transaktion in ihrer Wallet mit Max‘ öffentlichen Schlüssel. Der Bezahlvorgang ist abgeschlossen und kann nicht mehr storniert werden. Und schon darf sich Max auf sein neues Auto freuen.

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