Bildrechte in sozialen Medien

Bilder, Fotos, Videos - rechtssicher online verwenden...

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Bilder, Fotos, Videos - in sozialen Netzwerken gibt es eine Menge Rechtliches zu beachten !
Bilder, Fotos, Videos - in sozialen Netzwerken gibt es eine Menge Rechtliches zu beachten !
☆ Dieser Artikel ist Teil unseres Special zu Recht und Social Media…

Bilder, Fotos und Videos gehören zu sozialen Netzwerken wie Salz in die Suppe. Ohne macht’s einfach nur halb so viel Spaß.

Kein Wunder also, daß die meisten Nutzer nicht nur ein ausgefallenes Profilbild ihr Eigen nennen, sondern auch ihre virtuellen Freunde in schöner Regelmäßigkeit mit diversen Fundstücken aus dem Netz oder eigenen Schnappschüssen beglücken möchten.

Firmen nutzen multimediale Inhalte, um Interessenten und Kunden auf ihre Seiten in den jeweiligen Plattformen zu ziehen und mit Wissenswertem rund um ihre Produkt- und Servicepalette zu versorgen.

Allerdings unterliegen die meisten Bilder und Videos dem Urheberrecht, in nicht wenigen Fällen tangieren sie sogar Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen. Durch das unbedachte Posten solcher Inhalte droht schnell großer Ärger, strafrechtlich wie zivilrechtlich.

Das Urheberrecht

Alle kreativen Werke, die eine „persönliche geistige Schöpfung“ darstellen, sind durch das sogenannte Urheberrecht geschützt.

Dieses Recht garantiert dem Erschaffer eine Vergütung für die Nutzung seiner Werke und regelt, ob und, falls ja, in welchem Umfang Rechte daran von Dritten genutzt werden dürfen. Das Urheberrecht gilt nicht unbegrenzt, sondern endet in den meisten Fällen 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Nicht nur das Foto an sich unterliegt dem Urheberrecht, auch der Bildinhalt kann urheberrechtlich geschützt sein (z.B. Gebäude, Kunstwerke oder Gegenstände).

Grundsätzlich müssen Sie also immer die Zustimmung der Rechteinhaber (z.B. Fotografen, Designer) einholen, bevor Sie deren Werke in sozialen Medien verwenden.

Das Persönlichkeitsrecht

Jeder hat das Recht, frei darüber zu entscheiden, inwieweit Bilder seiner Person angefertigt und verbreitet werden dürfen.

Dieses „Recht am eigenen Bild“ kennt aber die folgenden Ausnahmen:

  • Bilder, welche Personen nur als schmückendes Beiwerk neben einer Landschaft oder anderen Örtlichkeiten zeigen.
  • Bilder von Versammlungen und öffentlich zugänglichen Veranstaltungen.
  • Bilder, die dem Bereich der Zeitgeschichte zuzuordnen sind oder die einem höheren Interesse der Kunst dienen (selten anwendbar !).

Unkenntlichmachung von Personen – nicht einfach

Widerspricht eine abgebildete Person der Veröffentlichung oder ist für eine nachträgliche Rechteeinräumung nicht mehr greifbar, bleibt die Möglichkeit der Unkenntlichmachung („Verpixeln“).

Das Verpixeln von Gesichtern reicht nicht immer aus. Alle körperlichen Merkmale, die zur Identifikation einer Person beitragen, müssen entfernt werden, so beispielsweise auffällige Pigmentflecke oder eine für die Person zeittypische Frisur bzw. Kleidung. Das gilt selbst dann, wenn die Erkennbarkeit auf eine kleine Gruppe wie Freunde und Familie beschränkt bliebe.

Gewöhnlich basieren computergenerierte Verpixelungen auf umkehrbaren, mathematischen Funktionen. So lassen sich viele gerne genutzte Wirbel- und Wischeffekte oft mit wenig Qualitätsverlust rückgängig machen und so die Identität einer Person aufdecken.

Das Hausrecht / Das Eigentumsrecht

Diese beiden Rechte gestatten Museen, Unternehmen, aber auch Privatpersonen, das Fotografieren – und natürlich die kommerzielle Verwertung gemachter Aufnahmen – zu erlauben oder zu verbieten.

Das Haus- bzw. Eigentumsrecht gilt unabhängig vom Urheber- bzw. Persönlichkeitsrecht.

Zwar ist die Rechtslage teilweise unsicher (z.B. Fotos antiker Statuen, die aufgrund ihres Alters keinen urheberrechtlichen Schutz genießen, aber wegen eines Verbots durch den Hausherren nicht fotografiert werden dürfen), ein Rechtsstreit kann jedoch so oder so teuer kommen.

Die Panoramafreiheit

§59 Absatz 1 Urheberrechtsgesetz (UrhG):

„Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bau Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.“

Parks, Gebäudefassaden, Brunnen, Statuen und andere dauerhaft installierte Kunstwerke und Einrichtungen sind sozusagen Freiwild für Fotografen. So will es jedenfalls das deutsche Urheberrechtsgesetz in seiner Definition der „Panoramafreiheit“ (bzw. „Straßenbildfreiheit“).

Allerdings hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil entschieden, daß keine Hilfsmittel wie Leitern oder lange Stative („Selfie-Sticks“) zum Einsatz kommen dürfen, gleiches gilt für Kameradrohnen. Ebenso ist das Beiseite drücken oder Verschieben von Zäunen und Hecken untersagt.

Ein Original muss ein Original bleiben…

§62 UrhG macht hier eine Einschränkung. Dort heißt es „Soweit […] die Benutzung eines Werkes zulässig ist, dürfen Änderungen an dem Werk nicht vorgenommen werden.“.

Eine künstlerische Nachbearbeitung von Bildern, welche im Sinn der Panoramafreiheit erstellt und verwertet werden sollen, ist deshalb nicht gestattet:

Ausgenommen sind allgemeine Techniken des Fotografierens wie die Einstellung von Blende und Belichtungszeit bei Aufnahme bzw. nachträgliche Änderungen in Helligkeit oder Kontrast, sowie die Wahl eines Bildausschnitts. Darüber hinausgehende Retuschen und Manipulationen wären jedoch unzulässig.

Vorsicht im (EU-)Ausland !

Das Konzept der Panoramafreiheit existiert ähnlich auch in anderen EU-Staaten, seine konkrete Ausgestaltung ist jedoch Ländersache; einheitliche, EU-weite Regelungen existieren derzeit nicht.

Für eine Veröffentlichung in Deutschland gilt zwar deutsches Recht, jedoch ist die Nutzung von Bildern in sozialen Medien selten auf ein geographisches Gebiet einschränkbar.

Eines steht jedenfalls fest: Für den Gesetzgeber gibt es hier viel zu tun. In der Zwischenzeit hilft nur, sich beim Fotografieren öffentlich zugänglicher Motive sowohl mit dem deutschen Recht als auch mit dem jeweiligen Landesrecht auseinander zu setzen.

Nutzungsbedingungen sozialer Netzwerke

Besonders kommerzielle Nutzer sollten vor dem ersten Posting die (leider oft seitenlangen) Geschäftsbedingungen der sozialen Netzwerke gründlich studieren – und verstehen.

Oft sichern sich diese unter dem für Laien verwirrenden Begriff „Intellectual Property“ (IP) sämtliche Rechte an nutzergenerierten Inhalten. Unter anderem heißt es dort gerne:

„Durch die Registrierung und Anmeldung bei unserem Dienst erteilen Sie uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, welche Sie auf unserer Plattform oder im Zusammenhang mit unserer Plattform posten.“

Konkret bedeutet dies, daß der Plattformbetreiber jeglichen Content des Nutzers (einschließlich seiner geposteten Medien sowie versendeter privater Nachrichten) für eigene Zwecke unbegrenzt kommerziell verwerten und sogar Dritten zur Verfügung stellen darf.

Die Anbieter sozialer Netzwerke argumentieren, daß man kein Interesse an der wirtschaftlichen Ausbeutung von Medieninhalten seiner Nutzer habe und sich nur rechtlich für die „Aufrechterhaltung des üblichen Betriebs“ absichern wolle. Doch die Formulierung legt anderes nahe.

Fotografen, Kreative und Rechteinhaber müssen also aufpassen und sollten im Zweifelsfall vor dem Posten eigener Arbeiten zweimal nachdenken. Ein Ausweg aus dem Dilemma wären mit Wasserzeichen versehene Medieninhalte oder das Hochladen solcher Versionen in geringer Darstellungs-Qualität – damit könnten unerwünschte Nutzungsarten zumindest erschwert werden.

Privatnutzer und Firmen, welche Inhalte Dritter in sozialen Netzwerken verwenden möchten, müssen sich zudem um die Rechtefreigabe für diese Form der Verwertung kümmern. Nicht immer sind soziale Netzwerke Bestandteil der erworbenen Lizenzpakete.

Zur Beruhigung lässt sich aber festhalten, daß derartige, einseitig begünstigende Geschäfts- und Nutzungsbedingungen wie sie aktuell von den meisten sozialen Netzwerken verwendet werden im Fall der Fälle vor Gericht kaum Bestand haben dürften. Insbesondere, wenn Nutzer Inhalte Dritter hochladen und der Plattformanbieter daraus sein Nutzungsrecht ableitet.

Kommerziell oder privat – keine Frage

Selbst wenn das Veröffentlichen eines urheberrechtlich geschützten Bildes ohne eigene wirtschaftliche Interessen geschieht, kann ein solcher Verstoß gegen das Urheberrecht durch den Rechteinhaber verfolgt werden.

Auswirkungen dürfte dies allenfalls auf die Höhe von Schadenersatzforderungen und nachträglichen Lizenzzahlungen haben; hier kommen Privatpersonen eher mal mit einem blauen Auge davon.

Gänzlich irrelevant ist die beabsichtigte Nutzung dann aber bei der Frage der Persönlichkeitsrechte, da es hier einzig und allein um die schutzwürdige Privatsphäre von Personen geht.


Stand der Informationen: November 2018
Wichtig: Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen und rechtlichen Hinweise für diesen Beitrag !

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